Hier geht es zur Startseite www.odenwaldbahn.de

Die Lebensader Gersprenztalbahn erhalten und sichern!

Flugblatt und Einladung für Mi 16.01.19, 19:30 im Gh „Deutsches Haus“ in Groß-Bieberau

Bis 1963 stellte die Gersprenztalbahn den Öffentlichen Personennahverkehr im oberen Gersprenztal zwischen Reichelsheim, Brensbach, Groß-Bieberau und Reinheim sicher.

Bahnhof Groß-Bieberau 

Als Folge der autoorienierten Politik wurde der Personenverkehr (mit direkten Fahrten nach Darmstadt und Frankfurt) 1963 auf der Gesamtstrecke eingestellt und die Gleise 1964 zwischen der Gersprenzbrücke in Groß-Bieberau und Reichelsheim entfernt. Nach Ansicht mancher Juristen und sogar des Groß-Bieberauer Bürgermeisters Edgar Buchwald wurde die Strecke zwischen Groß-Bieberau und Reichelsheim nie entwidmet - was nach Ansicht der "Odenwaldbahn-Initiative" eine Wiederverlegung der Gleise auch südlich Groß-Bieberaus deutlich erleichtert.

Obwohl die Stadt Groß-Bieberau in ihrem Stadtleitbild (2014) die Wiederaufnahme des Personenverkehrs erwähnt, möchten viele Stadtverordnete die Strecke zwischen Reinheim und Groß-Bieberau entwidmen, die Gleise abreißen, um so einen preiswerten und schnelleren Bau der Ortsentlastungsstraße B 38 neu ermöglichen.

Nicht abwarten möchte die Politik Groß-Bieberaus das "Odenwaldbahn-Gutachten", welches in einem (Stand 20.12.18) noch nicht vergebenen Teilauftrag auch die Reaktivierung der Gersprenztalbahn für den Personenverkehr untersuchen soll.

Wieso setzen wir auf die Reaktivierung der Gersprenztalbahn?

Ohne die Reaktivierung droht Groß-Bieberau die regelmäßigen, direkten ÖPNV-Verbindungen nach Darmstadt zu verlieren, denn
a) mit Dadina-Sammelbussen muss Mo-Fr ab 9 Uhr sowie ganztägig Sa und So in Roßdorf auf bereits volle Busse aus Groß-Zimmern umgestiegen werden,
b) mit einer meterspurigen Straßenbahn nach Groß-Zimmern würde alle bisherigen Buslinien aus dem Ostkreis DA-DI an einer Straßenbahnhaltstelle bei Groß-Zimmern, Gundernhausen oder Roßdorf enden.

Bringen nur 3 Kilometer Strecke wirklich so viel?

Wichtig ist nicht die Länge, sondern sind die erreichbaren Ziele im weitern Fahrverlauf der Züge: Nur auf der normalspurigen Schiene sind Darmstadt Nord (Merck) und Frankfurt umsteigefrei erreichbar. Das schaffen Busse und Straßenbahnen nicht.
Wer in Groß-Bieberau in einen Zug einsteigt, hat eine Sitzplatzgarantie, weil der Zug dort beginnt und in Reinheim an die Odenwaldzüge angehängt wird.

Macht die Sicherung der Strecke die Entlastungsstraße teurer?

Mit der Brücke über die Gersprenztalbahn kostet die Straße mehr. Diese Kosten trägt nicht die Stadt, sondern der Straßenbaulastträger, denn die Bahn war zuerst da. Da mit nur einer Brücke über die Bahn die Zukunftschancen für das obere Gesprenztal gesichert werden, ist das eine gute Investition, für die sich auch die Landtags- und Bundestagsabgeordneten einsetzen sollten.

Welche Beispiele für erfolgreiche Bahn-Reaktivierungen gibt es, und sind sie auf Groß-Bieberau übertragbar?

Die Pfungstädter Bahn ist nur 1,8 km lang und wird gut angenommen, weil die Züge staufrei zum Hauptbahnhof und Nordbahnhof fahren. Sogar im ländlichen Raum gelegen ist die "Staudenbahn", deren südlicher Teil zwischen Türkheim und Ettringen (Ettringen hat nur 3.405 Einwohner) ebenfalls reaktiviert werden soll.
Groß-Bieberau liegt nur 15 km von Darmstadt und 40 km von Frankfurt (Luftlinie), beides Städte, die von Diesel-Fahrverboten betroffen sind. Umso wichtiger sind attraktive Verbindungen auf der Schiene.

Würde Groß-Bieberaus Bahnhof zum Parkplatz für das Gersprenztal und würden die Pendler weiterhin die Jahnstraße belasten?

Schon heute parken viele Bieberauer/Rodauer in Reinheim oder Ober-Ramstadt an den Bahnhöfen und sind dort willkommen. Wer aus dem Gersprenztal nicht mit dem Auto die ganze Strecke nach Darmstadt oder Frankfurt fährt, leistet einen positiven Umweltbeitrag. Erfahrungsgemäß kommen die meisten Nutzer von Kleinstadtbahnhöfen meist zu Fuß oder dem Fahrrad - Haupt-Nutznießer der Bahn-Reaktivierung sind also die Bieberauer, die nicht mehr nach Reinheim fahren müssen. Für die Menschen aus Reichelsheim, Fränkisch-Crumbach und Brensbach müssen gute Busanschlüsse ab Groß-Bieberau von/zu allen Zügen eingerichtet werden. Verkehrsprobleme lassen sich nur gemeinsam lösen.

Welche Konzepte zur Reaktivierung der Gersprenztalbahn gibt es?

Von amtlicher Seite (also Land, RMV, Landkreise, Stadt) gibt es bisher keine Ideen oder Planungen. Daher hat das "Regionale Schienenbündnis" das Konzept "123 km Zukunft für Gersprenztalbahn und Odenwaldbahn" erstellt und im September 2018 an alle Anliegerkommunen der Odenwaldbahn und Gersprenztalbahn geschickt - auch ins Groß-Bieberauer Rathaus. Mit konkreten Fahrplänen wird nachgewiesen, dass eine "Flügelzugbetrieb" aus Groß-Bieberau nach Darmstadt und Frankfurt mit der Odenwaldbahn so preiswert möglich ist wie keine andere Bahn-Reaktivierung in Hessen - denn die Itino-Fahrzeuge sind vorhanden, statt in Wiebelsbach würde der dritte Zugteil in Reinheim an- bzw. abgehängt. Hierfür ist die Sanierung der Gersprenztalbahn und die Ertüchtigung des Reinheimer Bahnhofs für schnelle Zugvereinigungen nötig.

Würden Busse entfallen, weil die Gersprenztalbahn wieder fährt?

Ein Blick nach Pfungstadt zeigt: Dort fahren zwischen Eberstadt und Pfungstadt seit Reaktivierung der Bahnstrecke (2011) mehr Busse als davor. Bei der in Reaktivierung befindlichen Lumdatalbahn sollen zusätzlich zu den stündlichen Zügen die stündlichen Busse nach Gießen weiterfahren. Im Verdichungsraum brauchen wir Bahn und Bus, damit möglichst viele Menschen vom Auto auf den ÖPNV umsteigen.

Wäre eine reaktivierte Bahnstrecke ein Standortvorteil für Groß-Bieberau?

Immer mehr (junge) Menschen möchten bewusst ohne (eigenes) Auto mobil sein und suchen bewusst Wohnorte, in denen das leichter möglich ist. Im Lumdatal wurde bei einer Podiumsdiskussion gesagt: "Keine Bahn? Dann bin ich weg."

Sollte die Strecke auch gesichert werden, wenn das Gutachten kurzfristig keine Chancen sieht?

Ja: In den 1990er Jahren beschloss die Politik im Kreis Marburg-Biedenkopf die Einstellung des Bahnverkehrs zwischen Gladenbach und Niederwalgern. Die Trasse der "Aar-Salzböde-Bahn" wurde entwidmet, die Gleise abgerissen. Eine neue Politikergeneration lässt derzeit die Reaktivierung der Strecke untersuchen mit direkten, schnellen Zügen nach Marburg und verzichtet auf die (weitere) Bebauung der Bahnflächen. Die Aar-Salzböde-Bahn liegt im ländlichen Raum - die Gersprenztalbahn bis Groß-Bieberau im "Verdichungsraum".

Ihre Frage ist nicht dabei? Dann schreiben Sie uns.

Link zum Regionalen Schienenbündnis

Hier geht es zur Startseite www.odenwaldbahn.de

Impressum, Haftungsausschluss und Datenschutzerklärung